Details, Geschichte

Der Fanfarenzug Wolfen wurde Anfang Dezember 1948 neu gegründet. Unter der Schirmherrschaft der FDJ-Grundorganisation des VEB Filmfabrik Wolfen entfaltete sich schnell ein guter und attraktiver Klangkörper. Schon in den ersten Jahren seines Bestehens wurden dieser Musikeinheit viele Preise und Auszeichnungen für gutes formatives Auftreten und hohe Musikalität verliehen.

Unter der Leitung von Karl-Heinz Krause und Werner Böbber nahmen die Wolfner an vielen gesellschaftspolitischen Höhepunkten aber auch an zahlreichen musikalischen Wettstreiten teil. Waren es zu Beginn noch die berühmten grauen Mäuse (die erste Kleidung war noch sehr schlicht gehalten) bekamen die damals nur männlichen Mitglieder bald eine sehr attraktive dunkel-blaue Uniform mit so genannten Schwalbennestern (Schulteraufsätzen). Eine stattliche Zahl von über 100 Mitstreitern vertrat in der gesamten Republik erst noch unter dem Firmenzeichen "AGFA" dann unter dem Markennamen "ORWO" die Filmfabrik Wolfen.

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Viele Jahre war es dem Fanfarenzug Wolfen möglich in einer großen Werkskantine mehrmals in der Woche zu proben. Bis 1991 konnte das gesamte Inventar des Vereins in übersichtlichen Räumen in der Nähe des Proberaumes gelagert und in ordnungsgemäßen Zustand gehalten werden.

Großen Anteil an der Erweiterung des Repertoires hatten Helmut Kuckel und Gerhard Ziegler. Durch  kontinuierliche Ausbildung im Bereich Musiktheorie sowie der Mitgliedschaft im 1972 gegründeten Bezirksmusikkorps "Fritz Weineck" Halle konnten
auch die Anforderungen an die Mitglieder ständig erhöht werden. Für das Einstudieren neuer Titel bedurfte es nun nicht mehr viele Wochen wiederholten Vor- und Nachblasens. In kürzester Zeit konnten mehrere Titel parallel durch Prima-Vista-Spiel (Abblasen vom Notenblatt) erlernt werden.

In der DDR war der Fanfarenzug Wolfen mit einer der besten Naturfanfarenzüge. Das Wissen und Können wurden in den verschiedensten Schulungslagern erarbeitet. Elbingerode,
Stollberg und Gerhardsgereut waren in den ersten Jahren die Orte
des emsigen Treibens.

Mit Gründung des BMK stieg die Anzahl der jährlich stattfindenden Lehrgänge. Eckartsberga, Belzig sowie Bad Schmiedeberg waren bald wie ein zweites Zuhause.

1978 wechselte der Fanfarenzug Wolfen sein äußeres Erscheinungsbild. Eine blau-rote Kleidung zierte nun die Jungen und Mädchen der Musikeinheit. Innerhalb des Bezirksmusikkorps war es erst eine weiße Hose und rote Weste, dann die weiße Hose, eine hellrote Jacke, weiße Mokkasins und ein hellblaues Barett woran man auch die Mitglieder unseres Vereines erkennen konnte. Seit 1988 trat man in den Reihen dieses großen Klangkörpers mit dunkelblauer Hose, einer dunkelroten Jacke, braunen Mokkasins und einem dunkelblauen Barett auf.


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Ab 1980 wurde über Einbeziehung einiger Ventilblasinstrumente ein Ventilfanfarenzug aufgebaut. Erst 1986 begann der allmähliche Übergang zum Fanfarenorchester, einem Blasorchester ähnliche Struktur. Mit leichter Literatur für Ventilfanfarenzüge begann ein musikalischer Werdegang des Klangkörpers dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Lothar Tielscher und Gerd Arnold führten 1987 den Verein nun unter dem Doppelnamen Fanfarenzug/Fanfarenorchester Wolfen zum ersten Auftritt. Ab nun traten Mitglieder des Klangkörpers in einer neuen instrumentalen Besetzung mit Fanfaren, Trompeten, Altfanfaren, Tenorfanfaren, Sousaphon und Schlagzeug auf. Natur- und Ventilinstrumente waren zu gleichen Teilen am aktuellen Repertoire beteiligt und spielten verschiedene Titel auch gemeinsam.

In Vorbereitung des 40jährigen Jubiläums der Musikeinheit entstand der Gedanke, diesen Höhepunkt mit einem Festlichen Konzert zu begehen und dies zu einer jährlichen Tradition werden zu lassen.

Bis 1989  wurden die ca. 90 Mitglieder des Ensembles in Ausbildungsstufen, wie "Erste Schritte" auf der Triola, Grundausbildung, Nachwuchs- und Jugendorchester ausgebildet.

Durch die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen standen die Mitglieder des Vereins vor den verschiedensten Fragen. Wir mussten sowohl den Vereins- als auch den Probenraum abgeben, die Eigentumsfrage der Instrumente war ungeklärt, wie sollte es finanziell weitergehen.

Seit Dezember 1990 wird die Einheit durch einen Vorstand vertreten.

Trotz vieler Bemühungen sank die Mitgliederstärke bis Mitte 1991 auf 24 Musikanten.

 
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Bis 1994 stabilisierte sich die Mitgliederstärke auf ca. 50 Personen. So war es auch möglich, anlässlich des 45jährigen Jubiläums die schon einmal begonnene Tradition, ein festliches Konzert durchzuführen, fortzusetzen. In der verbesserten Besetzung Trompeten - Flügelhörner, Mellophone, Tenorhörner - Posaunen und Tuba ging es in die Vorbereitung

Vorstandswechsel, rückläufige Bevölkerungszahlen und häufige Quartierwechsel stellten unseren Verein jedoch erneut auf die Probe. Eine vernachlässigte Nachwuchsgewinnung sollte später gravierende Folgen haben.

Bereits ab 1996 begannen die ersten Vorbereitungen auf das 50-jährige Bestehen des Vereines. Zu organisieren galt es einen gemütliches Beisammensein ehemaliger Mitglieder, ein Festliches Konzert mit ehemaligen Mitgliedern, einen Sternenmarsch mit befreundeten Musikeinheiten eine Festzeitung, eine Festveranstaltung und damit alles finanzierbar ist eine Reihe von Sponsoren und Fördermitteln.

Der Wunsch mit der Aktivierung ehemaliger Mitglieder die Naturstrecke in unserem Verein wieder aufzubauen, scheiterte an der Tatsache, dass es einigen eisernen Eiferern gelang genügend Mitstreiter für die Gründung einer neuen Musikeinheit zu mobilisieren.

Nach dem "50."  zogen dann die ersten Holzblasinstrumente in unsere Besetzung. Die Gradwanderung zwischen den Wünschen neuer Interessenten und den musikalischen Vorstellungen langjähriger Mitglieder war extrem und führte teilweise zu Austritten.
Instrumental war dieser Schritt jedoch eine Bereicherung.

Die verringerte Zahl an ordentlichen Mitgliedern animierte uns dazu das 60-jährige Jubiläum etwas bescheidener als das 50-jährige zu begehen. Mit einem kostenlosen Konzert anlässlich des Tiergehegefestes im Ortsteil Reuden und einer zünftigen Jubiläumsparty ließen unsere Musikanten nochmals 60 Jahre Revue passieren und schauten mit Optimismus in die Zukunft ihres Vereines.


 
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Viele Jahre war es der Spielmannszug Wolfen, mit dem wir eng zusammenarbeiten. Ab Ende der 90er pflegten wir über einen Partnerschaftsvertrag engen Kontakt mit den Dübener Heide-Musikanten. In den Jahren nach 2000/2001 wurde dieser Platz durch die Zschernitzer Musikanten ausgefüllt. Über die Big-Band Wolfen entwickelte sich seit Anfang 2008 enger werdender Kontakt zum Blasorchester Wittenberg. Sind die Kollegen aus der Lutherstadt auch wesentlich voller besetzt lassen dennoch zahlreiche Parallelen bei der Art der Literaturauswahl, der stilistischen Vorlieben, der Vereinsführung und andere Vereinspezifica feststellen. Leider ruht seit Beginn 2013 der Kontakt zu den Wittenbergern.

Im Sommer 2013 nahmen wir eine erste Tuchfühlung mit dem Blasorchester Roßlau auf. Schon öfters unterstützten uns Mitglieder dieses Klangkörpers bei unseren Auftritten.



Doch prägte die Mitglieder unseres Vereines 2013 noch ein weiteres weniger schönes Ereignis. In Vorbereitung auf die Teilnahme am Familien- und Vereinsfest in Wolfen durch "BRASS FOR FIVE" sowie am Hafenfest in Bitterfeld mit dem traditionellen Präsentationskonzert des gesamten Orchesters bestimmte das Hochwasser 2013 das Gesicht unserer Region. Unser Verein überlegte nicht lange unsd setzte den über Sponsorentätigkeit erworbenen Vereinsanhänger für den Transport unzähliger Sandsäcke ein und verlegte das Präsentationskonzert als kostenlose Leistung in die Gestaltung des Helferfestes auf den Bitterfelder Marktplatz.

 

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Konzentrierte sich Anfang des neuen Jahrtausends das aktive Vereinsleben in Wolfen-Nord so mussten wir ab 2002 die Vor- und Nachteile des nach folgenden Domizils in Thalheim erfahren. Entfernt von unserem eigentlichen Klientel,den Kindern und Jugendlichen Wolfens, war es trotz umfangreicher Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung nicht möglich, eine Stärke über 25 ordentliche Mitglieder zu halten.

Im sechzigsten Jahr unseres Bestehens ist es uns gelungen, wieder in einer Grundschule in Wolfen einen Neubeginn in der Nachwuchsarbeit zu starten.

Seit Mitte 2008 agiert unser Verein wieder in Wolfen und Wolfen-Nord. In der Sekundarschule I teilen wir uns einen Gebäudetrakt unter anderem auch mit dem Spielmannszug Wolfen.

 

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Seit 2013 ziert eine ohne Fördermittel stationär installierte Gesangsanlage den Proberaum. Nach den ersten erfolgreichen Auftritten mit eigenem Sänger im Sommer 2012 gehören nun Gesangstitel zum festen Proben- und Auftrittsrepertoire. Am 06.06.2015 trat unser Musikverein im Rahmen des 24. Wolfener Familien- & Vereinsfestes mit über 20 Gesangstiteln im Pflegeheim "Kursana" in Wolfen-Nord auf.

Nach über zehnjähriger Pause konnten wir im August 2015 mit Unterstützung des Fördervereins "Gut Mößlitz" sowie mit Hilfe von Fördermitteln vom Landkreis und von der Kommune wieder ein Schulungslager durchführen. Gemeinsam mit Mitgliedern des Spielmannszuges Wolfen nutzten wir die hervorragenden Möglichkeiten des Landgutes in der Nähe von Zörbig. Als finanziellen Ausgleich aber auchals musikalisches Dankeschön begleiteten sowohl "Brass for Five" als auch das gesamte Orchester mehrere Veranstaltungen. Den Höhepunkt stellte jedoch das Konzert am 3. Oktober 2015 zum 25 Jahrestag der "Deutschen Einheit" dar, bei dem sich unser Orchester erstmalig mit einem Gesangsduo aus den eigenen Reihen mit mehreren Titel präsentierte.

2015 schafften es die beiden Administratoren, beide Mitglieder des Vereines, die seit 2008 bestehende Hompage mit mehreren neuen Highlights auszustatten. So können nun die Besucher sich neben den aktuellen Auftrittsvorhaben im Auftrittsarchiv bis zum 01.01.2001 rückwirkend auch über vergangene Auftritte informieren.
Die längst fällige Verknüpfung zu Youtube, wo bereits über 40 Titel als Video hochgeladen sind, konnte in der Ruprik "Clips und Programme" endlich installiert werden. Außerdem kann man nun dort stichprobenartig Einblick in die Programmgestaltung von Konzerten, Marsch- und Geburtstagsauftritten sowie Auftritten in der Adents- und Weihnachtszeit erhalten.

 

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Auf Grund mehrfacher Unterstützung der hallenser Formation "Thal-Saaler" durch einzelne Musikanten unseres Vereins bei Auftritten 2015/2016 entwickelte sich eine engere Verbindung zwischen beiden Vereinen.
Da die Thal-Saaler größtenteils ihren Ursprung in dem ehemaligen Buna-Fanfarenzug haben, können beide Musikeinheiten auf eine gemeinsame Vergangenheit als Mitglieder des Bezirksmusikkorps Halle zurückblicken. Wenn diese auch in den siebziger Jahren seitens der Bunaer nur kurz war - der Fanfarenzug wurden später Mitglied des Zentralen Musikkorps- sind auch heute noch die in den Großkorps der DDR gemachten Erfahrungen zu spüren.
Mit der ersten Verstärkung durch Thal-Saaler- Musikanten bei Auftritten unseres Vereines 2017 und dem gegenseitigen Besuchen bei internen Vereinsveranstaltungen wuchs der Gedanke die gegenseitige Unterstützung weiter auszubauen.


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